In der Rubrik Zeit für einen Klassiker erkunden wir jeweils die Geschichte einer besonderen Pre-Owned-Uhr. Dieses Mal erzählt Quinten die Geschichte seiner Zenith El Primero Chronomaster – eines Zeitmessers von außergewöhnlicher Präzision, den er nach dem Abschluss seines Masterstudiums in Genf erwarb. Ein Uhrwerk, das die legendäre Rolex Daytona über Jahre hinweg prägte.
Eine Reise an die Grenzen der Präzision
Nach Jahren intensiven Lernens und harter Arbeit durfte sich Quinten im Jahr 2005 endlich Master of Science in Informatik nennen. Sein Vater, Ingenieur und ebenso begeisterter Uhrenliebhaber, überraschte ihn mit einem Wochenende in Genf – inklusive eines Besuchs im CERN, dem europäischen Forschungszentrum für Teilchenphysik und Heimat des größten Teilchenbeschleunigers der Welt. Für zwei Technikbegeisterte war das der perfekte Ort, um Quintens Meilenstein gebührend zu feiern.

Doch Genf war nicht nur deshalb das ideale Reiseziel. Während seines Studiums hatte Quinten jahrelang gearbeitet und gespart, um sich den Traum von einer besonderen Uhr zu erfüllen. Es sollte eine Ikone der Uhrmacherkunst sein, mit einem Uhrwerk, das die Grenzen der Mechanik ausreizt – und am besten eine Geschichte erzählen, die man nie vergisst. Als er bei einem Juwelier in Genf die Zenith El Primero entdeckte, war die Entscheidung sofort gefallen. Denn ihre Geschichte ist einzigartig.
„Die El Primero aus dem Jahr 1969 gehört zu den ersten automatischen Chronographenwerken der Welt. Mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde misst sie die Zeit bis auf eine Zehntelsekunde genau“, erzählt Quinten. „Doch in den 1970er-Jahren geriet auch Zenith in die Quarzkrise. Die Anweisung lautete, sämtliche Werkzeuge, Zeichnungen und Unterlagen zu vernichten. Der damalige Chefuhrmacher Charles Vermot weigerte sich jedoch. Heimlich versteckte er die komplette technische Dokumentation hinter einer falschen Wand auf dem Dachboden der Manufaktur in Le Locle. Jahre später sollte sich genau diese Entscheidung als unbezahlbar erweisen.“
Viele Uhrenliebhaber lernten das El Primero über eine andere Ikone kennen. Als Rolex 1988 die automatische Cosmograph Daytona vorstellte, entschied sich die Marke für eine modifizierte Version des El Primero-Kalibers. Erst im Jahr 2000 entwickelte Rolex ein eigenes Chronographenkaliber – ein eindrucksvoller Beleg für den hervorragenden Ruf des Zenith-Uhrwerks.
Als echter Uhrenliebhaber kannte Quinten diese Geschichte natürlich. „Ich wollte das Original – nicht die modifizierte Rolex-Version.“ Die El Primero Chronomaster, die er in Genf kaufte, war eine Pre-Owned-Uhr. „Mit einer Pre-Owned-Uhr wie der El Primero bekommt man einfach mehr Uhr fürs Geld. Und eine El Primero, die seit Jahrzehnten zuverlässig läuft, hat längst bewiesen, was in ihr steckt.“ Er lacht: „Als frischgebackener Absolvent stellte ich mir natürlich gerne vor, dass meine Uhr vielleicht einmal das Handgelenk eines brillanten CERN-Wissenschaftlers geschmückt hatte.“
„Mehr als zwanzig Jahre später sprechen mein Vater und ich noch immer regelmäßig über dieses Wochenende in Genf. Unsere gemeinsame Begeisterung für Technik und Uhrmacherkunst, der Abschluss meines Studiums und diese besondere Reise – all das macht diese Uhr für mich zu etwas ganz Besonderem.“
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